To Open Eyes
Kunst und Textil
vom Bauhaus
bis heute
17 11 13
02 03 14

Mit Blick auf die Industriegeschichte der Leineweberstadt Bielefeld zeigt die Kunsthalle eine Ausstellung zum Textilen in der Kunst. Spätestens seit dem Bauhaus haben textile Arbeiten ihren Status als rein handwerkliche Kunstform verloren. Teppiche und Wandbehänge wurden nicht nur als Produkt manuellen, sondern auch kognitivkonzeptuellen Gestaltens verstanden. Vom Studium ornamentaler, außereuropäischer Kunst über Farbuntersuchungen bis zur Befragung der Materialität und dem ironischen und kritischen Umgang mit Stoff und Gewebe reicht im 20. und 21. Jahrhundert die Bandbreite der künstlerischen Annäherungen an das Thema Textil. Ausgehend von ornamentalen Entwürfen der Wiener Werkstätte einerseits und Stoffentwürfen Sonia Delaunays, Marie Laurencins u.a. andererseits, liegt ein Schwerpunkt der Ausstellung auf Tapisserien, Stoffmustern und Entwürfen von Künstlerinnen des Bauhauses, vor allem von Anni Albers, die eng mit Philip Johnson, dem Architekten der Kunsthalle Bielefeld, befreundet war.
Ein spezieller Fokus der Ausstellung gilt der Bauhauskünstlerin Benita Koch-Otte, die zwanzig Jahre ihres Lebens als Leiterin der Weberei in den von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bielefeld tätig war. Von textilen Werken der 1960er- und 1970er-Jahre unter anderem von Blinky Palermo, Alighiero e Boetti und Sigmar Polke, bis zu Positionen zeitgenössischer Künstler, z. B. von Olaf Nicolai, Aiko Tezuka, Sergej Jensen oder Erzen Shkololli, die das textile «Handwerk» erneut für sich entdeckten, es neu hinterfragen und an ihm neue Ausdrucksformen erproben, reicht die Spannweite der gezeigten Arbeiten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber-Verlag zum Preis von 29 Euro (Preis an der Museumskasse).
Die Ausstellung wird von der Kunststiftung NRW, der Kulturstiftung pro Bielefeld und Delius Textiles gefördert.