Rainer Maria Rilke und Auguste Rodin
12 02 20 / Mi
19.00

Ein Vortrag von Prof. Dr. Manfred Koch, Literaturwissenschaftler, Universität Basel.
Rainer Maria Rilke reiste 1902 nach Paris, um eine Monografie über Auguste Rodin zu verfassen. Rilke bewunderte und verehrte Rodin und stilisierte ihn zur idealen Vaterfigur. Er beschäftigte sich intensiv mit seinen Plastiken und Skulpturen und war 1905/1906 für acht Monate Rodins Privatsekretär. Diese Anstellung endete jedoch abrupt und im Streit. Zahlreiche Briefe Rilkes an Rodin sind erhalten und auch in anderen Briefwechseln Rilkes war der von ihm verehrte Rodin ein wichtiges Thema. Zentrale Begriffe der Kunstbetrachtung in Rilkes Pariser Zeit sind das entsubjektisierende «Schauen» und die «Kunst der Oberfläche». Das wohl bekannteste Gedicht Rilkes aus der Pariser Zeit ist das 1908 entstandene Sonett «Archaischer Torso Apollos», das mit dem berühmten Vers endet «denn da ist keine Stelle, / die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.»
Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Wolfgang Braungart, Universität Bielefeld.