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100 JAHRE JOSEPH BEUYS
Führung + Vortrag
Do, 14 10 21
18.30
gratis

Eine Kooperation von Kunstverein Bielefeld und Kunsthalle Bielefeld. Veranstaltungsort: Kunsthalle Bielefeld.
Um 18:30 gibt Dr. Linda Walther (Kuratorin, Kunsthalle Bielefeld) eine Einführung in das Projekt 7000 Eichen (1982–1987) von Joseph Beuys:
Im Rahmen der documenta 7 (1982) ließ Joseph Beuys 7000 Basaltstelen vor dem Fridericianum in Kassel anliefern und keilförmig auslegen. An der Spitze des riesigen Keils pflanzte er eine Eiche und ließ neben ihr eine der Basaltstelen in die Erde ein. Das war der Beginn des Großprojekts 7000 Eichen. Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, das fünf Jahre später, zur documenta 8, komplettiert wurde. Innerhalb dieses Zeitraums wurden 7000 Bäume, begleitet von den 7000 Steinen, gepflanzt, sodass der Basalt-Keil auf dem Friedrichsplatz nach und nach verschwand und der Baumbestand in der Stadt deutlich anwuchs.
Bis heute ist das Kasseler Stadtbild von den spezifischen Baum-Stein-Kombinationen geprägt und auch vor der Kunsthalle Bielefeld befinden sich 16 Linden samt Basaltstelen. Diese wurden begleitend zu der Ausstellung 7000 Eichen, die 1985 in der Kunsthalle stattfand, gepflanzt. Damals war die Pflanzung ein künstlerischer sowie politisch-ökologischer Akt und Auftakt für eine Begrünungsaktion in Bielefeld, den Grünen Stadtring. Bis heute stehen die Bäume auf dem Mittelstreifen der Artur-Ladebeck-Straße. Im Beuys-Jubiläumsjahr sind sie Ausgangspunkt einer dokumentarischen Ausstellung über ein Werk, das wie kaum ein anderes für Beuys‘ häufig zitiertes Konzept der Sozialen Plastik steht.
Um 19:00 hält Dr. Frank Duwe (Kunstwissenschaftler, Bielefeld) im Vortragssaal der Kunsthalle den Vortrag Joseph Beuys – von der „Fettecke“ zur Sozialen Plastik:
Joseph Beuys zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Künstler*innen des 20. Jahrhunderts. In der breiten Öffentlichkeit stößt das Werk dieses bemerkenswerten Künstlers dennoch immer noch häufig auf Ratlosigkeit, wenn nicht Unverständnis oder Ablehnung. Lässt man sich jedoch näher auf seine geistige Welt ein, findet man in seinen Denkstrukturen zahlreiche Ansätze aus der Natur- und Kulturgeschichte, aus der Wissenschaft sowie aus der Anthroposophie. „Jeder Mensch ist ein Künstler“ sagte Beuys einmal und meinte, dass jeder Mensch prinzipiell aufgrund seines intellektuellen und kreativen Potentials in der Lage ist, durch „Bewegung“ Veränderung herbei zu führen. In dem sich bewegenden Miteinander der Menschen wird statische Plastik zur organischen Sozialen Plastik. Die hinterlassenen Werke von Joseph Beuys spiegeln auf vielfältige Weise diese Überzeugung und werden zur „Anschubenergie“ für Dynamik und Veränderung, für das Bewusstwerden der Zusammenhänge von Sichtbarem und Unsichtbarem, Historischem und Gegenwärtigem, Unorganischem und Organischem, Natur und Zivilisation. Neben einer kunsthistorischen Bestandsaufnahme sollen auch kritische Aspekte zu Biografie und Werk von Beuys reflektiert werden.
Der Eintritt ist frei. Es gilt die 3-G-Regel. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!