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Zwischen Erfolg und Verfolgung
Eröffnung
So, 25 09 22
15.30
gratis

Eröffnung der Ausstellung im Vortragssaal
Grußwort
Andreas Rüther, 1. Bürgermeister der Stadt Bielefeld

Impulsvortrag
Dr. David Gilgen, Forum Jüdische Sportstars Bielefeld
Einführungsvortrag und
Rundgang durch die Ausstellung

Dr. Henry Wahlig
Kurator und Leiter Kultur- und Veranstaltungsprogramm DFB-Stiftung
Deutsches Fußballmuseum gGmbH

Das Forum Jüdische Sportstars Bielefeld zeigt vom 23. September bis zum 21. Oktober 2022 zunächst im Skulpturenpark der Kunsthalle und ab 11. Oktober auf dem Rathausplatz Bielefeld die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“.

In einer großformatigen skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung in Trägerschaft des Zentrums deutsche Sportgeschichte e.V. das große Verdienst jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Mit überlebensgroßen Silhouetten wird an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert.

Nur weil sie Juden waren, wurden diese Frauen und Männer während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, ihre Titel wurden ihnen aberkannt, die Erinnerung an sie wurde getilgt und sie wurden weit über 1945 hinaus dem Vergessen anheimgegeben. Darüber drohte ihnen Entrechtung, Drangsalierung und der Verlust von Freiheit und Leben. Dem deutschen Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes und des Fußballmagazins Kicker, blieb wie vielen anderen, nur die Flucht. Nicht wenige Sportler*innen, wie der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache Deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg wurde er israelischer, später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Vorgestellt werden ebenfalls die Biografien von unterschiedlichen Sportler*innen wie der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der  Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe aber auch einen Ausblick und stellt eine wichtige Verbindung zur Gegenwart her. Als erste jüdische Athletin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewann sie 2004 in Athen eine olympische Medaille für das deutsche Team.

Initiiert, konzipiert und finanziert wurde und wird die Ausstellung durch die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, die Sparkasse Bielefeld, die DFB-Kulturstiftung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die aus Anlass der European Maccabi Games 2015 in Berlin erstmals gezeigte Ausstellung wurde zudem durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und die Deutsche Bahn Stiftung gefördert.

Idee und Konzept: Norbert Niclauss (BKM) und Olliver Tietz (DFB-Kulturstiftung). Autoren: Dr. Berno Bahro, Prof. Dr. Hans Joachim Teichler (beide Potsdam), Prof. Dr. Lorenz Peiffer (Hannover) sowie Dr. Henry Wahlig (Dortmund).

Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch/englisch) und über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung verknüpft, auf der ergänzende Texte und Fotos ausführlich die jüdische Geschichte des deutschen Sports dokumentieren: www.juedische-sportstars.de