Holger Bunk
Ballermann
24 03 18
03 06 18

Die Ausstellung präsentiert Gemälde und Aquarelle des 1954 in Essen geborenen Malers Holger Bunk. Holger Bunk studierte von 1974 bis 1982 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Peter Kleemann und Alfonso Hüppi, 1978 wurde er Meisterschüler bei Alfonso Hüppi. Seit 1992 ist er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Obwohl in den 1970er-Jahren eher abstrakte Tendenzen und konzeptuelle Kunst geschätzt wurden, entschied sich Holger Bunk bewusst für die Malerei. Seine bis dahin einmalige Formensprache in figurativer Malerei rückte in den 1990er-Jahren aus dem Fokus, als die Maler der so genannten Leipziger Schule um Neo Rauch einen fulminanten Aufstieg erlebten. Holger Bunk, der 1998 den Konrad-von-Soest-Preis zuerkannt bekam, hat unbeirrt weiter gearbeitet, so dass es nun an der Zeit ist, sein Werk in einer Übersicht seiner Gemälde und Aquarelle vorzustellen.

Im Zentrum der Malerei Holger Bunks steht die menschliche Figur im Raum. Seine Protagonisten agieren oft wie auf einer Bühne. Er gestaltet komplexe Bildräume, häufig durch scheinbar sinnlose architektonische Elemente, und betont immer wieder die Schnittstelle zwischen gemaltem Bildraum und dem realen Raum.  Manchmal erscheinen im Bild Hände, die eigentlich einer Person vor dem Bild, im realen Raum, gehören müssten, oder Holger Bunk erweitert den Bildraum physisch, indem er bemalte Architekturelemente an das Bild anfügt und so eine Betretbarkeit des Bildraumes suggeriert. Der Betrachter ist stets mit im Bild und wird aktiv mit einbezogen. Das Entree hierzu sind in den meisten Fällen die den Blickkontakt mit ihrem Gegenüber suchenden Figuren im Bild. Über sie entwickelt sich ein Dialog zwischen drinnen und draußen, zwischen bildgewordener Realität und Betrachterrealität. Die architektonischen Elemente im Bild aktivieren den Betrachter zusätzlich durch komplizierte und nicht auflösbare perspektivische Strukturen. Die Präsenz der Räume steht im Widerspruch zu der gleichzeitigen Verweigerung ihrer Zugänglichkeit.