Simone Nieweg
Gärten/Felder
08 02 12
29 04 12

Die 1962 in Bielefeld geborene Fotografin Simone Nieweg war Meisterschülerin und danach Assistentin von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit den späten 1980er Jahren widmet sie ihr Werk der Landschaft. Dabei richtet sich ihr Interesse bislang ausschließlich auf die von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft, nicht auf scheinbar unberührte Natur und auch nicht auf die bloß der Erholung dienenden Parks und Ziergärten. So zeigen ihre Bilder Wiesen und Äcker, Feld- und Forstwege, Weinberge und Obstbäume und oft die Gemüsefelder, Kleintierställe, Treibhäuser und Schuppen auf sogenanntem Grabeland. Ihre großformatigen Farbfotografien zeigen keine klassischen Landschaftsveduten, vielmehr periphere und durch Nützlichkeit gekennzeichnete Orte. Ihre häufig in der Nähe ihres Lebensmittelpunkts Düsseldorf am Niederrhein, in Westfalen, aber auch in Frankreich gefundenen Motive müssen nicht direkt verortbar sein. Vielmehr stehen die Bilder allgemeingültig für Landschaft in Mitteleuropa. Dabei nutzen ihre Kompositionen vorhandene Strukturen wie Wege, Bäume oder geometrische Felder als gliedernde Grundelemente. Die häufig nach oben geschobene Horizontlinie, vor der sich die Bildelemente zu staffeln scheinen und der wolkenlose und farblich undefiniert erscheinende Himmel lassen ihre sorgfältig komponierten Fotografien zeitlos und als unaufgeregt inszenierte „Lyrische Dokumentationen“ (Heinz Liesbrock) erscheinen. Vom 12. Februar bis zum 27. Mai ist eine große Ausstellung mit Fotografien der Künstlerin Simone Nieweg unter dem Titel „Natur der Menschen. Landschaftsfotografien“ im Josef Albers Museum Quadrat Bottrop zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Buch mit 98 Abbildungen der jüngsten Werkgruppen im Schirmer/Mosel Verlag, München, für 49,80 €.