Sou Fujimoto.
Futurospektive Architektur
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Presse-Vorbesichtigung: Donnerstag, 31. Mai 2012, 11:30 Uhr
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 3. Juni 2012, 11:30 Uhr

In einer Ausstellung zum Thema Architektur kommt es selten vor, dass ein Bauwerk im Maßstab 1:1 vorgestellt werden kann, oftmals müssen Zeichnungen und Modelle zukünftige Architektur vorstellbar machen. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, mit dem so bezeichneten „Final Wooden House“ ein Schlüsselwerk des Architekten Sou Fujimoto nochmals im Park der Kunsthalle errichten zu können, nicht nur, weil er für dieses Werk im Jahre 2008 einen internationalen Architekturpreis zuerkannt bekam, sondern vor allem, weil etwas von dem Raumverständnis erlebbar wird, das Sou Fujimoto auszeichnet.
Was nach außen als kubisch-geometrische Grundform erscheint, erweist sich im Inneren als ein komplexes Changieren zwischen vor- und zurückspringenden Balkenelementen, die je nach Verhalten des Betrachters ihre Funktion erhalten: als Sitz- bzw. Liegegelegenheit, als Tisch oder Regal; eine jeweilige „Funktion“ wird erst durch den Nutzer bestimmt.
Die Kunsthalle Bielefeld zeigt die erste monografische Ausstellung zum Werk des japanischen Architekten Sou Fujimoto (geb. 1971) in Europa. Neben spektakulären Entwürfen für Wohnhäuser ist Sou Fujimoto auch durch sein Buch „Primitive Future“, das 2008 erschienen ist, bekannt geworden. In 10 Kapiteln legt er seine Ableitungen und die Entwicklung seines gänzlich anderen Raumbegriffs vor. Beständig wechselnde Verhältnisse von innen und außen werden zu einem Leitmotiv der Überlegungen von Sou Fujimoto. Die Räume, die er entwirft, haben kein ausgewiesenes Zentrum mehr, dies wird durch den Nutzer mitbestimmt. Mit ca. 120 Modellen, Objekten und Materialien stellt die Ausstellung bisherige Projekte Fujimotos vor, die vornehmlich in Japan realisiert wurden. Darunter befinden sich mehrere Modelle zum „House NA“, das im Herbst 2011 in Tokyo bezugsfertig wurde und in seiner wandlosen Struktur ein Wohnhaus vorstellt, das in jeder Hinsicht eine Herausforderung darstellt. Weiterhin wird die 2010 fertiggestellte Bibliothek der Musashino Art University vorgestellt, die einzig aus Regalen besteht. Schließlich werden zukünftige Projekte und Bauvorhaben von Sou Fujimoto präsentiert, die erst im letzten Jahr entwickelt worden sind bzw. durch erste Preise in Wettbewerben ihrer Verwirklichung entgegensehen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Friedrich Meschede, Günter Küppers und Jörg Gleiter sowie Installationsansichten der Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld. Die Publikation wird deshalb zeitversetzt zur Eröffnung erscheinen. Die Ausstellung wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kulturstiftung pro Bielefeld, gefördert. Sie wird unterstützt von den Landesbetrieben Wald und Holz NRW, dem Handwerksbildungszentrum (HBZ) Bielefeld-Brackwede, Oehme und Partner Architekten, Bielefeld, der Firma Quakernack, Bielefeld und The Japan Foundation.

Weitere Informationen:
Christiane Heuwinkel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
heuwinkel@kunsthalle-bielefeld.de, t +49 (0)521 3299950-17